Mitte der 80er-Jahre machten sich die Verantwortlichen der Freiwilligen Feuerwehr Ohndorf zunehmend sorgen um den Nachwuchs. Immer weniger junge Ohndorfer fanden den Weg in die Einsatzabteilung. So entschloss man sich, eine Jugendfeuerwehr zu gründen. Vor 25 Jahren – am 10. Juni 1987 – war es soweit: die Jugendfeuerwehr Ohndorf wurde offiziell gegründet. Unter der Leitung des ersten Jugendfeuerwehrwartes Bodo Lattwesen begannen 13 Jungen und Mädchen ihren Dienst. Schon nach wenigen Jahren wechselten die ersten Jugendlichen in die Einsatzabteilung. Der Fortbestand war gesichert.
Aus Anlass des silbernen Jubiläums richtete die Jugendfeuerwehr auf dem Sportplatz das 5. Gemeindezeltlager der Nenndorfer Kinder- und Jugendfeuerwehren aus. Vom 1. Bis zum 3. Juni zelteten mehr als 200 Kinder und Jugendliche auf dem Sportgelände. Verschiedene Aktivitäten ließen die Zeit nicht lang werden. Die Vorfreude unter den Jugendlichen und Betreurn war riesig. So gab Jana aus Riehe das Motto aus: „Auf geht’s! Ab geht’s! Drei Tage wach!“
Am Eröffnungstag ging es nach dem Abendessen gleich los auf eine Dorfrallye. An verschiedenen Stationen mussten die Teilnehmer ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen.
Im Anschluss an die Rallye wartete eine Attraktion auf die Rückkehrer. Feuerkünstler Jens Bremer – ein Gründungsmitglied der Ohndorfer Jugendfeuerwehr – spielte in der Tradition mittelalterlicher Gaukler mit dem Feuer. Er ließ flammende Kreise und meterlange Feuerzungen in der Dunkelheit entstehen. Die nicht zum Nachahmen empfohlenen Tricks hinterließen bei den Lagerteilnehmern einen bleibenden Eindruck. Mancher versuchte im Anschluss mit seiner Taschenlampe die Figuren nachzustellen.
Nach einer kalten Nacht standen am zweiten Tag Wettbewerbe auf dem Programm. Zunächst starteten die Gemeindewettbewerbe. Bei einer feuerwehrtechnischen Übung und einem Staffellauf ermittelten die Jugendfeuerwehren die beste Gruppe der Samtgemeinde. Mit 1396 Punkten kam sie in diesem Jahr aus Bad Nenndorf. Gefolgt von Riehe mit 1395 Punkten und Waltringhausen 1 (1378). Gastgeber Ohndorf erreichte mit 1339 Punkten Rang sechs.
Im Anschluss besuchten Jugendfeuerwehren aus dem Landkreis Schaumburg die Ohndorfer, um am Freundschaftswettbewerb teilzunehmen. Diesen entschieden die Nachwuchsbrandschützer aus Reinsdorf für sich. Mit 1402 Punkten verwiesen sie den neuen Gemeindesieger Bad Nenndorf auf Platz 2. Nur knapp dahinter platzierte sich Riehe.
Während sich die Jugendfeuerwehren maßen, kamen die Kinderfeuerwehren ebenfalls zu einem kleinen Wettbewerb zusammen. Mit Gartenschläuchen und einer festen Menge Wasser mussten die Kinder zwischen sechs und zehn Jahren zunächst mehrere Ziele abspritzen. Danach galt es, das verbliebene Wasser über mehrere Meter in Eimer zu befördern. Die Kinderfeuerwehr aus Helsinghausen/Kreuzriehe schaffte dieses am besten. Mit jeweils 30 Litern belegte sie die ersten beiden Plätze. Rang drei teilten sich die Ohndorfer Feuertiger und die Haster Feuerschlümpfe.
Bei der Siegerehrung freuten sich die Gruppen über ihre Urkunden, Medaillen und Sachpreise. Eine besondere Ehrung wurde Bodo Lattwesen, Heiko Balke, Melanie Kulbe und Marcel Möller zuteil. Alle übten die Funktion des Jugendfeuerwehrwartes in Ohndorf aus. Ohne sie, hätte nicht über ein Vierteljahrhundert hinweg Jugendarbeit betrieben werden können. Ortsbrandmeister Heinz-Konrad Stemme sprach ihnen für ihr Engagement seinen Dank aus und überreichte Blumensträuße und Restaurantgutscheine.
Mit einer Disco und dem DJ Bendix Bock – ebenfalls ein ehemaliges Mitglied der Jugendfeuerwehr Ohndorf – klang der Abend in der alten Ohndorfer Schule aus. Zu den Beats der aktuellen Charts tanzten die Jugendlichen und Betreuer bis zur Nachtruhe.
Der Sonntag war dann der Tag des Abschieds. Nach der Siegerehrung der Dorfrallye, die ebenfalls Bad Nenndorf gewann, endete das 5. Gemeindezeltlager. Die Resonanz war durchaus positiv. Spaß hat es den Kindern und Jugendlichen gemacht, wenn es auch ruhig ein paar Tage mehr hätten sein dürfen. Anstrengend war es dazu. So wandelte Jana aus Riehe ihr Motto etwas ab: „Auf geht’s! Ab geht’s! Drei Tage Bett!“.
Text und Fotos: Marco Thiele (Pressesprecher der Samtgemeindefeuerwehr Nenndorf)























